SHBV-Pokal geht erstmals an die Twins

Mag die Regionalligasaison desaströs gewesen sein, das Leiden der verletzten Twins unendlich, die der wenigen verbliebenen Fans des Teams unermeßlich, so ist der Sieg gegen die Seahawks dennoch ein historischer. Erstmals holen sich die Herzogtum Twins den SHBV-Pokal, und das in der vierten Finalteilnahme, nach den Verbandsligameisterschaften 2000 und 2001 geht erstmals wieder seit sechs Jahren ein Titel in die Eulenspiegelstadt.

Spiel   1 2 3 4 5 6 7 Runs H E
Seahawks   2 4 0 3 1 0 1   11 8 5
Twins   1 0 7 3 2 0 X   13 12 5
W: Tiralla
L: Schmidt
S: Fischer
HR: -
MVP: Fischer ( 3 IP, 0 H, S, 3/4, 3 R, 3 RBI, 2 SB)

Im Duell der Offspeedpitcher Torben Tiralla und Martin Schmidt muss Tiralla als erster erkennen, dass sein Infield auch heute nicht das sicherste ist, als Wolff das Spiel mit einem Error auf Christopher Schmidts einfachen Schlag macht. Dieser kann ebenso punkten wie Björn Radomski, der den ersten Hit des Spiels produziert.

Die Seahawks sind im Gegensatz zu den Regionalligaduellen (4-2 Siege für Kiel) mit Aluminium angereist und scheinen diesen Vorteil früh ausspielen zu können. Zwei oben folgen nach Hits von Lüßenhop und Radomski und Unsicherheiten von Tiralla vier weitere Runs. Dagegen steht nur ein Punkt der Twins aus dem ersten Inning, den Polzin auf Fischers Hit erzielt.

Im dritten Inning bleiben die Gäste erstmals ohne Leadrunner und konsequenterweise scoreless. Jetzt wachen die Twins endlich auf und haben ihr big inning.

Ehe Robert Kampf mit seinem Sacbunt das erste Aus für Kiel herbeiführt, haben die Twins bereits sechs Hits erzielt und ausgeglichen. Auffällig hierbei Trennts Comeback nach wochenlanger Schulterverletzung, der sich mit einem 2RBI-Double eindrucksvoll zurückmeldete. Tiralla schießt den Vogel ab, indem er in einem Inning Single und Double schlägt. Insgesamt gelingen den Gastgebern sieben Runs, das Spiel ist wieder offen.

Kiel kommt vier oben letztmalig zurück ins Spiel und kann auf den nun deutlich nachlassenden Tiralla und die weiterhin unstete Möllner Defense drei Runs hereinholen, wobei ein 1-2-3-Double play durch Tiralla, Garies und Polzin noch Schlimmeres verhindern kann. Allerdings ist klar: mit vier Hits in einem Inning muss Tiralla vom Mound.

Doch zunächst wird dem Reliever Futter gegeben. Vier unten waiden die Twins die Probleme Schmidts reiflich aus und holen aus nur einem Hit und zwei Walks drei Runs. Auch die Seahawks machen jetzt Fehler. Mehmet Senkara kommt, um die Angriffsbemühungen der Twins zu bändigen.

Henning Fischer übernimmt eine 11:9 Führung, die er dann gleich mit einem Walk und drei Groundouts auf einen Punkt zusammenschmelzen läßt und so nochmals seine Offensive fordert. Senkara kontrolliert die Twins, doch Wulf nicht den Wurf zum ersten Base, Polzin gerät aufs zweite Base, von wo aus ihn Fischer höchstselbst per Single nach Hause befördert. Nach einem weiteren Error und einem wild pitch erläuft er auch das 13:10.

Jetzt lassen die Twins jedoch nichts Entscheidendes zu. Sieben oben kan Krannig nach Walk, stolen base und wild pitch zwar noch auf Lüßenhops Sacfly verkürzen, doch ein Fly out durch Tiralla beendet ein spannendes, wenn auch nicht hochklassiges Pokalfinale zugunsten der Twins.

Im Gegensatz zu 2006 gab es in diesem Jahr auch eine Pokalübergabe am Platz, Pokalobmann David Anderson, selbst als Scorer anwesend, hatte alles organisiert, so dass Klaus Reger den Pott an Evgenij Garies übergeben konnte. Dankend erwähnt sei auch der stets unauffällige und dadurch angemessen souveräne Auftritt der beiden Umpire Ralf-Jürgen Rex und Björn Rost, die dem Finale einen würdigen Rahmen verleihen konnten.

Für die Twins endet die Saison 2007 damit versöhnlich. Im Oktober wird entschieden, wie es mit dem Möllner Baseball zukünftig weitergehen wird. Die Schäden des Jahres müssen analysiert werden, die Wunden müssen heilen, und dann werden wir Genaueres wissen.