Wolffs Schuss reicht nicht zum Sieg

Eigentlich sollte man das Geflenne um die vielen Ausfälle bei den Twins langsam seinlassen, doch auch beim Doubleheader in Kiel hatte die lange Liste der nicht anwesenden Spieler wieder einen nicht unerheblichen Anteil an der Doppelniederlage. Bitter war dies vor allem im ersten Spiel..

Spiel 1   1 2 3 4 5 6 7 Runs H E
Twins   3 0 3 0 0 0 2   8 11 4
Seahawks   0 1 0 0 0 4 4   9 8 3
W: Radomski
L: Tiralla(2-7)
HR:Wolff (1)
MVP: Willhöft (4/5, R, 3 RBI)

Stell Dir vor, Du bist Coach eines Regionalligateams. Dein Team führt vor dem sechsten Inning mit 6:1, weil Dein Thirdbaseman eins oben den Ball weit über den Leftfieldzaun geprügelt hat, Dein Centerfielder vier von fünf geschlagen hat und Dein Starting pitcher den Gegner dominiert.

Jetzt eröffnet Dein Infield das Inning mit einem Error und Dein Starter läßt ein RBI-Dopuble zu. Was tun? Klar: jetzt kommt Dein Bullpen zum Zug! Doch, warte mal - Deine möglichen Reliever sind gar nicht mitgekommen. Ein Albtraum? Nein, die bittere Realität der Twins 2007.

Torben Tirall muss, ob er will oder nicht, mangels Alternativen ein complete game pitchen. Es kommt, was kommen muss. Zwei Errors und drei Hits sorgen sechs unten für das 5:6 der Seahawks.

Mit einem Single holt Willhöft sieben oben noch einmal Püst und Kampf nach Hause, doch drei Punkte Vorsprung reichen nicht. Lüßenhop eröffnet mit einem Single, Christoph Schmidt holt ihn mit einem weiteren Hit nach Hause und kann selbst nach Ecksmanns SacBunt und einem Error auf Weiß Schlag scoren. Wulf folgt per Walk, und Martin Schmidt holt Weiß dann zum Ausgleich nach Hause.

Dass Wulf den winning run dann über ein Home steal erzielt, setzt einer verkroksten Partie für die Twins die Krone auf.

Spiel 2 1 2 3 4 5 6 7 Runs H E
Twins 2 1 0 0 0 3 5 5
Seahawks   9 0 0 5 X 14 5 3
W: Schmidt
L: Polzin (0-1)
HR: -
MVP: Willhöft (2/3)

Jörn Polzin darf erstmals in seiner Laufbahn ein Regionalligaspiel starten. Doch statt zu werfen, möchte er lieber richtig und mit allen Schikanen pitchen. Keine gute Idee, trifft er doch bei all diesen Bemühungen die Strike zone anfangs nur in Ausnahmefällen.

Schon ist die schöne 2:0 Führung aus dem ersten Halbinning futsch, die Tirala und Garies mittels Wolffs Double erzielt haben. Stattdessen machen die Kieler aus zwei Hits und einem Errot neun Runs. Polzin hilft mit zwei Abwürfen und vier Walks tüchtig nach.

Jetzt können die Twins nur noch einmal verkürzen. Püst wird von Martin SChmidt zunächst abgeworfen, stealt dann das zweite Base und kann nach einem wild pitch und dem verzogenen Wurf von Catcher Michael Weiß zum 3:9 scoren.

Doch das ist es dann auch schon. Die Seahawks lassen zwar offensiv zwei Innings lang die Zügel schleifen, die Twins aber drei und vier oben drei Runner in scoring position versauern. Statt des Comebacks vier unten die Entscheidung: Drei deftige Errors (zwei davon im Outfield!), zwei Hits und drei weitere Walks sorgen für das 14:3, dem die Twins fünf oben dann auch nichts mehr entgegen zu setzen haben..

Die Twins sehnen das Saisonende herbei. Wunden lecken, Verletzte wieder gesund pflegen und Entscheidungen für die Zukunft treffen, das sind die Ziele der nächsten Wochen. Dummerweise steht aber noch ein Regionalligaspiel gegen die Knights und mindestens das Pokalhalbfinale gegen Holm aus. Die wackeren Überlebenden dieser Horrorsaison müssen sich noch mindestens zweimal aufraffen.