Kiel verschenkt Sweep in nur einem Inning Baseball kann sehr ungerecht sein. So wurden beim Lokalderby der Twins zweimal die jeweils besseren Starter von ihrer eigenen Defensive um den Sieg gebracht. Dafür benötigten die Twins in Spiel eins zwei Innings, den Seahawks genügte in Spiel zwei ein Durchgang zur Frustration.
L: Fischer (1-1) S: A. Schmidt HR: - MVP: Tiralla (3/3, 2R, 2RBI, 6 SB) Henning Fischer eröffnet seinen Start gegen Kiel standesgemäß mit einem Strike out, merkt sodann aber, woher der Wind heute wehen wird, als Oliver Püst das Groundout von Tobias Krause standesgemäß in den Zaun hinter dem ersten Base pfeffert. Heiko Wulf, heute mit fünf von sieben bester Schlagmann auf dem Platz bedankt sich und holt Krause zur Führung nach Hause. Bei zwei Aus und geladenen Bases platziert Junior Andreas Schmidt ein 2 RBI Single im Centerfield. In der Folge will er die 1-3-Situation dann aber zu dreist ausweiden und verheddert sich in einem Run down, denn Tiralla jedoch unterbricht, um den am dritten Base startenden Weiß auszuwerfen, was gründlich mißlingt, landet Ball doch außerhalb des Spielfeldes. Schmidt also save und nach einem Wild pitch am dritten Base, Krannig per Walk in die nächste 1-3-Situation. Evgenij Garies will das Stolen base Krannigs an der Zwei verhindern, doch ist nicht nur sein Wurf zu spät, Andreas Schmidt startet auf den Wurf durch und kommt zum 5:0 nach Hause. Das Spiel hat gerade erst angefangen und schon 0:5, das sollte Seahawks-Starter Gerrit Reger doch Sicherheit bringen. Weit gefehlt! Mit sechs Walks und vier Wild pitches sorgt er im Alleingang für den 4:5 Anschluss der Gastgeber. Durchatmen! Im zweiten Inning bleibt die Twins-Defensive fehlerfrei und Reger kann seinen beiden Walks zwei Strike outs entgegensetzen. Das Spiel scheint sich zu beruhigen. Doch Henning Fischer spürt drei oben wieder Gegenwind aus den eigenen Reihen. Dieses Mal sind es Jörn Polzin und Dietmar Heese, die mit ihren Fehlern weitere fünf Runs der Gäste begünstigen. Dass Fieldumpire Jens Urban eine Karambolage von Polzin und Kiels Ochoa dann auch noch als obstruction beurteilt, setzt dem Inning noch die Krone auf. Aber jetzt fängt das Spiel an, sehenwerter zu werden. Die Twins beginnen zu schlagen. Tiralla läßt seinem Single zwei Stolen bases folgen und scored auf einen Überwurf zum 5:10. Vier unten holt er dann mit einem weiteren Single Garies und Oliver Püst zum 7:10 heim, die Partie wird noch einmal spannend. Doch die Gäste wissen nachzulegen. Krannig mit einem Single scheitert zwar bei seinem Stealversuch, doch ein Single von Lüßenhop und ein Walk für Krause versorgen Ochoa mit ausreichend Futter für sein Double zum 12:7. Für die Twins kann jetzt nur noch Willhöft scoren, Andreas Schmidt schaukelt ein unterdurchschnittliches Regionalligaspiel für sein Alter erstaunlich gekonnt nach Hause.
L: Senkara S: Püst (1) HR: - MVP: Fischer (2/3, 2R, RBI) Im zweiten Spiel stehen sich mit Mehmet Senkara und Torben Tiralla die erfahreneren Pitcher ihrer Teams gegenüber. Doch Tiralla erwischt nicht seinen besten Tag auf dem Mound. Bei Schmidts Single, den dieser ohne Not zum Double stretchen will, hat er noch Glück, doch Krause folgt mit einem weiteren Basehit und ist zwei Balks später zum 1:0 zu Hause. Auf der Gegenseite kann Stefan Krannig den Linedrive von Oliver Püst nicht entschärfen und verursacht so den Ausgleich durch den per Single auf Base gekommenen Henning Fischer. Die Seahawks bleiben dran und scoren zwei oben nach Krannigs Single und den üblichen Errors der Twins zur erneuten Führung, die sie drei oben noch ein wenig komfortabler gestalten können. Wulf eröffnet mit einem Double und will auf Grygiels Single scoren, scheitert aber an Willhöfts Wurfarm. Weiß' Schlag provoziert einen weiteren Infieldfehler der Gastgeber, die Runs sammeln Krannig und Lüßenhop per Single und Double ein. Bis dahin hat Senkara für die Gäste alles im Griff und gerät erst vier unten ins Schlingern, als einem Walk gegen Püst schwache Pitches folgen und Püst damit aufs dritte Base läßt, von wo aus Garies per Groundout nach Hause befördert. Tiralla kommt aus dem fünften Inning mit geladenen Bases mit zwei Pop flys heraus und kann jetzt in aller Ruhe mitansehen, wie sein Win entsteht. Krannig, seines Zeichens heute als Unglücksrabe vom Dienst unterwegs, befördert den Ball, den Kampf ihm zum 9-3 Play zugeschlagen hat, ins Dug out seines Teams, das diesen Fehlwurf noch mit einer Menge Humor zur Kenntnis nimmt. Doch der Spaß hört langsam auf, als Tobias Krause im Leftfield den Linedrive von Lars Meyer nicht festhalten kann, was das 3:5 zur Folge hat. Tobias Willhöft setzt den Bunt danach perfekt und produziert die 1-3-Situation, die Fischer mit einem weiteren Single auflöst. Polzin erhält vom kurz irritierten Senkara einen Walk. Dieser bringt mit einem Wild pitch auch noch den Ausgleich aufs Scoreboard. Oliver Püst vollendet dann mit einem 2 RBI Double das Big inning der Twins. Und darf danach sechs oben auch den Mound übernehmen. Tiralla droht wieder im sechsten Inning einzubrechen und läßt einen Hit von Ochoa zu. Püst kann darauf nicht umhin, einen weiteren Balk zu kassieren und Wulfs Single zu servieren. Doch dann macht er dicht und läßt in den letzten beiden Innings keine Runs mehr für die Gäste zu. In beiden Spielen zeigten beide Teams nicht gerade berauschenden Baseball, doch immerhin gelang den Twins trotz der extremen Personalnot ein Split, der nach dem Desaster bei den Wizards Balsam für das geschundene Selbstbewußstein sein dürfte. Doch Henning Fischer war zu bedauern, dass sein Team im ersten Spiel durch zwei Katastropheninnings seinen starken Auftritt komplett entwertete. Die Seahawks verschenken im fünften Inning des zweiten Spiels die letzte theoretische Chance auf die Meisterschaft, zu der man den HSV Stealers 2 jetzt schon gratulieren muss. Der Titelverteidiger verstand es im zweiten Spiel nicht, mehr aus seinen offensiv guten Leistungen herauszuholen und muss nun den Angriff auf die zweite Liga ins nächste Jahr vertagen. |