Split ohne Starter - Twins bleiben Schlusslicht Das Kellerduell der Regionalliga Nordost endete mit einem gerechten Split, der trotzdem die Emotionen hochkochen ließ. Insbesondere im zweiten Spiel waren nicht enden wollende Diskussionen mit dem Schiedsrichtergespann ein nicht uninteressanter Nebenkriegsschauplatz, der vor allem die Gäste aus Berlin beschäftigte.
L: Püst (1-3) HR: Meißner MVP: Fischer (3/4, 2R, SB) Den Twins fehlen mit Farag und Tiralla beide etatmäßige Starter, so dass in Spiel eins mit Oliver Püst einer der statistisch schwächeren Werfer der Liga das Duell mit Kolja Rocek aufnehmen muss. Prompt sind die Probleme da. Bei zwei Aus lädt er sich nach Hits von Gerking und Meißner die Bases, doch Freises Schlag endet als Fly out in Trennts Handschuh. Zwei oben wirft Püst dann Rocek ab und lädt sich mit Walks gegen Hettling und Flöter die Bases. Wöttkes Schlag kann Willhöft dann nicht zum Aus verwerten, Gerking folgt mit einem Base clearing single. Gerkings Antritt führt dann auch zum ersten Aus des Innings, als er nach Dorndts Schlag ins Centerfield das zweite Base nicht vor Fischers Wurf erreichen kann. Ein Double play holt die Twins dann aus dem Inning. Rocek verwaltet seine Gegnspieler im Gegensatz zu Püst zunächst sehr souverän. Außer einem Hit von Henning Fischer springt nichts Bemerkenswertes heraus. Dagegen scoren die Gäste vier oben wieder: Wöttke schlägt ein Double und darf dann nach zwei haarsträubenden Balks von Püst zur Homeplate. Vier unten eröffnet wieder Henning Fischer mit einem Lead off single und kann nach Garies' Hit und einem Wild pitch ebenso scoren wie Florian Wolff und Garies selbst. Der 3:5 Anschluss bringt Spannung ins Spiel. Püst darf auf dem Mound der Twins weiter an seiner Präzision arbeiten und liefert sich mit Steve Meißner den Count des Tages. Bei Full count drischt der aufgrund seiner Statur nicht zu Unrecht "Bambino" genannte Firstbaseman einen Fastball von Püst über den Centerfieldzaun. Doch die Twins bleiben dran. Andreas Hinze kommt auf Wolffs Single nach Hause, woraufhin Hettling sein Double durch Gerkings dritten Hit des Tages zum 7:4 veredeln läßt. Sechs unten erreicht dann Evgenij Garies nach einem Error von Dominik Rocek die Homeplate. Sieben oben übernimmt Wolff den Hügel von Püst und macht das Inning mit zwei Strike outs schnell. Bei zwei Aus wird es für die Flamingos dann noch einmal eng. Wieder ist es Henning Fischer, der nach seinem Single auf einen Basehit von Wolff und einen Wild pitch zum 6:7 nach Hause kommt, doch Garies schafft es nicht, Wolff zum Ausgleich über die Platte zu schlagen.
L: Poseck HR: - MVP: Fischer (3/4, 2R, 2 RBI, SB) Im zweiten Spiel müssen die Twins auf dem Mound experimentieren. Henning Fischer, in dieser Saison bislang erst mit einem Inning, darf starten. Sein Gegenüber Tilman Poseck gerät schon eins unten in Schwierigkeiten. Willhöft erreicht das erste Base nach dem einzigen Error der Flamingos im zweiten Spiel und erreicht ebenso wie Henning Fischer (heute 6 von 8) die Homeplate auf ein Groundout. Zwei unten kommt es dann ganz dick für Poseck. Oliver Püst und Alexander Trennt erreichen nach Walks die Bases, Hinze schlägt sie in scoring position. Bei zwei Aus gibt es dann nach einem weiteren Walk für Tobias Willhöft geladene Bases und ein 2 RBI single für Fischer. Wolff läßt ein Double folgen und bringt so Willhöft nach Hause, wohin er nach einem Wild pitch gemeinsam mit Fischer auch noch darf - die Vorentscheidung. Henning Fischer kontrolliert bis dahin die Flamingos und muss erst drei oben zwei unearned runs nach Hubertus' Error bei zwei Aus und dem Double von Avellan hinnehmen. Drei unten legt sein Team aber schon wieder deutlich nach. Wieder erreicht Püst das erste Base nach einem Walk. Sein Steal zum zweiten Base gelingt ohne Probleme, doch zum dritten Base wird es dann eng. Roceks Wurf zur Drei ist rechtzeitig, doch Gerking will das Tag play gegen Püst nicht gelingen. Danach folgt dennoch der Call : "Out!" Die Proteste der Twins führen dann zum Zurückrudern der Unparteiischen, was wiederum die Flamingos auf die Palme bringt und einen offiziellen Protest zur Folge hat. Die Partie gerät dadurch zur Nebensache und die Twins können auf 10:2 erhöhen. Jetzt verliert die Partie sportlich nachhaltig an Reiz, nicht aber an Unterhaltungswert auf kommunikativer Ebene. Während Fischer weiter souverän die Frohnauer beherrscht, nutzt sein Team vier unten geladene Bases nicht, um der Ten run rule näherzukommen. Fünf unten verliert dann Poseck, der jetzt langsam ins Spiel findet, die Nerven und muss das Feld nach einer unliebsamen Bemerkung gegenüber dem Fieldumpire verlassen. Die Partie beenden die Gäste nun zu neunt, wobei der im ersten Spiel angeschlagen ausgewechselte Jörn Freise noch einmal ins Rightfield muss. Henning Fischer beendet das Spiel dagegen nicht. Seinen Complete game win bringt er stattdessen sieben oben noch einmal mit vier Walks in Gefahr, auf die die Gäste das 5:10 erzielen können. Closer Florian Wolff gibt nun auch noch einen Walk zum 6:10 ab, ehe Jörn Polzin den Groundball von Kolja Rocek zum dritten Aus verwertet. Während die Twins mit dem Split eher einen Rückschlag im Bemühen, den letzten Platz zu verlassen, erleiden, halten sich die Flamingos den Verfolger vom Leib. Doch das war am Ende dieses Doubleheaders angesichts der Dissonanzen zwischen Flamingos und Schiedsrichtern keinem Berliner wichtig. Die personell angeschlagenen Twins (heute wieder nur zu zehnt) sehnen die kurze Sommerpause nach dem nächsten Spieltag herbei. Insbesondere der arg gebeutelte Pitching staff benötigt dringend ein paar Tage Ruhe, ehe es im August zu den entscheidenden Duellen gegen den letzten Platz kommt. |