Comebacker und andere Mißlichkeiten Bereits der Aufbau des Platzes gestaltete sich unter strömendem Regen schwierig, und auch die Temperaturen waren ebenso wie der Wind eher herbstlich als einem Juliwochenende gemäß. Dazu waren die Twins einmal mehr durch Krankheit und berufliche Verpflichtungen auf zehn Spieler reduziert, was im Laufe des Duells mit dem Tabellenführer Konsequenzen haben sollte.
L: Farag (2-6) HR: - MVP: Trennt (2/2, R) Yassin Farag hält sich die Stealers trotz eines Abwurfs Langschwagers eins oben vom Leib, doch sein Gegenüber ist von besonderem Kaliber. Christoph Ehlers, erst- und zweitligaerfahrener Neuzugang der Stealers aus Dortmund, wird von Sven Huhnholz gegen die Twins aufgeboten, was darauf schließen läßt, dass die Stealers dieses Mal kein Risiko gegen die Twins eingehen wollen. Ehlers macht seinen Job gut und hält die Twins zunächst an der ganz kurzen Leine, während Farag zwei oben zusehen muss, wie sein Team mit drei Errors zwei Runs zuläßt. Drei oben erzielt Langschwager bei einem Aus den ersten Hit des Spiels, dem Eggers den zweiten folgen läßt, und der sitzt! Und zwar auf Farags Oberschenkel, was dessen Auswechslung und Abholung per Rettungswagen zur Folge hat. Das nun zwangsläufig folgende Hämatom dürfte Farag an einer Teilnahme gegen die Flamingos am kommenden Sonntag hindern, so dass neben Tiralla auch der zweite Starter der Twins ausfällt. Alexander Trennt übernimmt den Mound für Farag und schafft zwei schnelle Aus. Drei unten läßt er ein Double folgen und kann nach Singles von Heese und Willhöft zum Anschluss nach Hause laufen. Der Bann am Schlag scheint gebrochen. Sollte die Partie trotz Farags Ausfall doch spannend werden? Das vierte Inning gibt eine abschlägige Antwort. Wieder ist die Defensive der Twins dem Druck nicht gewachsen und läßt Baserunner zu, die durch Schläge von Aghel, Schöttler und Langschwager zum 7:1 durchkommen, ehe ein Strike out und zwei Fly outs dem Grauen ein Ende bereiten. Prompt hat Ehlers das Spiel auch wieder im Griff. Bis auf einen weiteren Hit Trennts gibt es nichts mehr zu sehen von der zu Saisonbeginn so starken Möllner Offensivabteilung. Das Spiel nimmt sein vorzeitiges Ende im sechsten Inning, in dem sich Harms und Pfeiffer noch jeweils Hits abholen gegen einen nun müder werdenden Trennt.
L: Tiralla (1-3) HR: - MVP: Hinze (2/3, 2B) Torben Tiralla steht wie schon am letzten Sonntag im zweiten Spiel auf dem Mound. Und wie schon letzte Woche tun sich die Gäste zunächst schwer gegen ihn. Zwei Innings lang gibt es nicht einmal einen Baserunner, dafür aber drei Strike outs für die Gäste, bei denen Human Aghel den Start erhält und im Linkshänder-Matchup zunächst schlechter aussieht. Zunächst holt sich Püst zwei oben einen Walk ab und kann dann bei zwei Aus auf Heeses Single scoren, der seinerseits auf Willhöfts Hit zum 2:0 nach Hause kommt. Doch der Runsupport ist Tiralla nur eine bedingte Hilfe. Drei oben läßt er Aghel bei zwei Aus gehen, woraufhin Schöttler einen RBI-Single schlägt. Ein Balk folgt, und der Versuch eines Caught stealings gegen Schöttler endet mit einem Ball im Leftfield und Schöttler auf der Homeplate - 2:2! Vier unten haben die Twins noch eine gute Chance auf die Führung, doch Heese gelingt es nicht, Tiralla und Trennt bei zwei Aus aus der scoring position zur Führung heimzuholen. Stattdessen erkämpfen sich die Stealers die Führung. Pfeiffer eröffnet mit einem Single das fünfte Inning, Aghel folgt per Walk, Schöttlers Double bringt das 3:2. Ein Intentional walk gegen Feindt und ein 1-2-3 Double play lassen das Inning noch glimpflich für die Gastgeber ausgehen, doch sechs oben kommt es ganz dick. Zunächst ein Strike out gegen Hintze. Doch die beiden Hits von Harms und Krampitz hätten die Coaches Hinze und Püst zum Wechsel veranlassen müssen. Stattdessen lassen sie sich nochmals durch ein Strike out gegen Pfeiffer täuschen. Es folgen vier Hits und ein Walk und damit die Entscheidung. Blitzschnell steht es 9:2, und ein bis dahin sehr spannendes Baseballspiel nimmt einen unspektakulären Ausgang. Oliver Püst obliegt es dann, das siebte Inning zu pitchen, nicht ohne noch zwei Runs zuzulassen und einen neuen Vereinsrekord mit zwei Balks in einem Inning aufzustellen. Die geradezu erschreckende Schlagschwäche der Twins, die sich schon am vergangenen Wochenende zeigte, setzte sich heute mit insgesamt nur neun Hits fort. Nur drei Lead offs erreichten das Base, zwei von ihnen konnten scoren. Was gegen Ehlers noch verzeihlich sein mag, darf gegen Pitcher vom Schlage Human Aghels nicht passieren. Auch die Pitchingstrategie war bei den Twins nicht optimal. In den kommenden Wochen gibt es aufgrund der Ausfälle Tirallas und Farags jedoch viel Gelegenhit für die anderen Werfer, mehr Vertrauen in ihr Leistungsvermögen zu gewinnen. Für die Stealers ist die geglückte Revanche für den unerwarteten Split des vergangenen Sonntags schon fast so etwas wie die Krönung zum Titel. Denn es ist schwer vorstellbar, dass dieser Rotation noch all zu viele Niederlagen zuzufügen sind. |