Die Angst vor dem Sieg Normal war das nicht, was sich bei hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad auf dem Platz am Steinwiesenweg in Hamburg abspielte. Juniorenbaseball hat viele Facetten, besonders qualitativ, doch was die beiden Tabellenschlusslichter ihren Betreuern und Fans dieses Mal an Achterfahrten anboten, was des Guten schon etwas viel.
L: Köppen (0-3) HR: - MVP: Riefe (HTW) (3/3, 3 H, 3R,3 SB) Phillipp Boldt geht als Lead off Strike out gegen den Hamburger Kurvenpitcher Wietz, doch der legt zwei Walks nach und muss sich vor dem ersten big inning der Twins fürchten, nachdem Köppen per Single den ersten Run für die Gäste nach Hause schlägt. Doch eben dieser Köppen vergisst nach Kampfs Fly out eine der elementaren Baseballregeln und läuft in ein Appeal play zum dritten Aus. Robert Kampf kann bei seinem Start nicht an seine tolle Leistung vor Wochenfrist bei den Dodgers anschließen und wird ein ums andere Mal Opfer seiner eigenen Fahrigkeit und des aggressiven Baserunnings der Gastgeber. Erst der zehnte Batter des ersten Innings wird per Strike out zum dritten Aus. Die Vorentscheidung? Weit gefehlt! Aus einem einzigen Basehit (Stoislows erster in dessen Karriere) und fünf Walks holen die Twins den Ausgleich, während Wietz auf Seiten der Gastgeber nicht nur mit der Strike zone sondern auch mit den Verteigungsleistungen seiner Mitspieler hadert. Es folgen anderthalb Innings Baseball. Beide Pitcher jetzt plötzlich souverän, die Feldspieler ohne Fehl und Tadel. Nur Lars Riefe trifft es am Schlag bitter. Sein Lead off single (ebenfalls der erste Hit der Karriere) versucht er unter tätiger und völlig unverständlicher Mithilfe seines Basecoaches Kampf zum Double zu strecken. Und darf sich unter allgemeinem Aufstöhnen wieder auf die Bank setzen. Das vierte Inning sorgt dann für das Ende des guten Baseballs. Wietz walked Boldt und geht aus dem Spiel, für ihn soll Oliczewski das Spiel in sichere Fahrwasser lenken. Nach zwei Doubles von Köppen und Kampf ist sein Auftritt allerdings auch schon wieder beendet, Jugendspieler Mike Hohn ist jetzt an der Reihe und muss mitansehen, wie Errors sein eigentlich solides Pitching in einen 6:14 Rückstand verwandeln. Robert Kampf darf nach zwei guten Innings weitermachen, doch sein Pitching baut jetzt rapide ab, und seine Mitspieler erweisen sich auch nicht als große Hilfe, den Vorsprung zu halten. Drei sichere Fly outs können die Twins nicht verarbeiten, hinzu kommen vier Walks, Köppen ersetzt Kampf. Doch auch ihm will es nicht gelingen, Ruhe ins Spiel zu bringen. So muss Phillipp Boldt ran, der noch das 14:17 durch Siegmunds Double kassiert, ehe das Grauen endlich ein Ende hat. Die Zeitbegrenzung macht das fünfte Inning zum letzten der Partie, und die Twins bekommen ihrerseits die Chance zum Comeback. Riefes dritter Hit des Tages und Walks für Hoffmann und Wittstock laden die Bases, ehe der Rookie Randolf Schwartz durch den Hamburger Closer Strathmann ausgestriked wird. Boldt und Piper bekommen noch jeweils RBI-Walks, doch Stoislow und Köppen gehen schließlich Strike out, an langes und aufreibendes Spiel findet ein unspektakuläres Ende. Der Nachwuchs der Twins war in den letzten beiden Jahren nie so nahe an einem Sieg, doch das vierte Inning legte schonungslos alle vorhandenen Schwächen des noch sehr unerfahrenen Teams offen. Dennoch darf das Spiel als Fortschritt gewertet werden. Die Twins machten am Schlag und im Baserunning große Fortschritte und lassen so darauf hoffen, dass ein Sieg in 2007 durchaus im Rahmen des Möglichen liegt. |